Verabschiedung von Eva Steinke - Judo

06.05.2019

Als Dankeschön an ihre lanjährige ehrenamtliche Judotrainerin Eva Steinke hatten die Judoka des TV Hoffnungsthal es sich nicht nehmen lassen, ein Abschiedsfest der besonderen Art vorzubereiten.

In der Turnhalle der LVR-Schule am Königsforst wurde ein Thron aus Sprungkästen aufgebaut, der als Ehrenplatz dient. Von hier konnte Eva Steinke alle Darbietungen hautnah miterleben. Liebevoll umrahmt war der Thron mit den Fotos der Judoka als Spruchband "Auf Wiedersehen, liebe Eva! Es waren schöne Jahre!".

Den Auftakt starteten alle Judoka mit einem vierstimmigen Kanon unter der musikalischen Leitung von Nils Schweizer und der Gitarrenbegleitung von Leo Trovato:

"Eva, wir danken für deine Trainerzeit. Orga und Feste, du warst die Beste! Eva es war sehr schön! Auf ein Wiedersehn! Danke Eva!"

Damit hatte Eva Steinke nicht gerechnet und die Rührung war ihr deutlich anzusehen. Von Hans Peter Eichner, Vorstand des TV Hoffnungsthal erfuhren die Judoka, dass Eva Steinke einer Judofamilie entstammt und als Dreizehnjährige mit dem Judo im TV-Braubach als Eva Emschermann begonnen hatte. Mit Zweiundzwanzig wechselte sie 1980 zum TV Dünnwald bis sie schließlich 1994 zum TV Hoffnungsthal kam.

Zahlreiche Erfolge krönen ihre Judolaufbahn. So belegte sie 1973 mit 15 Jahren den 3. Platz der Rheinland-Einzelmeisterschaft und nahm im gleichen Jahr an den Südwestdeutschen Einzelmeisterschaften teil. Gleich viermal gewann sie den 1. Platz bei den Rheinland Damen (1976, 1978, 1979 und 1980) und einmal den 2. Platz 1977. Sie qualifieziert sich damit jeweils fur die Deutschen Meisterschaften, 1980 und 1982 erreichte sie jeweils den 2. Platz im Schängelturnier in Kobelnz. 1983 errang sie den 2. Platz beim Bezirkseinzel der Damen , erstmals in Köln nach längerer Verletzungspause.

Ihren 1. Dan (Schwarzgurt) legte sie 1995 ab, den 2. Dan 1998.
Neben den Turnieren schulte Eva Steinke durch zahlreiche Lehrgänge in den Bereichen Kampfrichter, Dan, Kata, Prüferlizenz und im pädagogischen Unterrichten. Mit ihrem Eifer nahm sie an so  vielen Lehrgägne teil, dass der im Judopass dafür vorgesehen Platz nicht ausreichte.

Es ist nach all dem Engagement kein Wunder, dass Eva sich mit Willi Steinke einen Judoka-Ehemann angelte und auch ihre Kinder Matthias und Stefanie zu erfolgreichen Judoka wurden. Ob die 2018 geborene Enkelin Nele auch in die Judo-Fußstapfen ihrer Oma treten wird? Die Vermutung liegt nahe.
So manch ' kleinem Judoka leuchteten die Augen vor Bewunderung über die 48 Judojahre von Eva als Aktive und als ehrenamtliche Trainerin.

Als die Musiker an Eva gerichtet sangen:" Hast du etwas Zeit für mich, dann sinde ich ein Lied für dich ..." bebte die Halle endgültig. Das Lied über 99 Judoküken, die Eva danken, dass sie nicht nur als Trainerin, sondern auch als Mamaersatz immer zur Stelle war und jederzeit Trost gespendet hat. Das Lied drückte musikalisch bezeichnend aus wieviel Herzblut Eva in ihre Vereinsarbeit gesteckt hat.

Ein letztes Mal grüßten alle Judoka mit dem traditionellen "Rei" ihre Trainerin. Darunter waren auch viele ehemalige Judoka, die sich unter die aktuellen Judoküken mischten.